Wir neigen dazu, den Aussagen von sogenannten Autoritäten besondere Bedeutung beizumessen und dabei unser eigenes Denken einen Gang zurückzuschalten. Man nennt diese Falle „Authority Bias“, Autoritätsgläubigkeit oder auch Obrigkeitsdenken. In unserer Kindheit folgen wir dem Rat und den Anweisungen von Eltern und Lehrern, später sind es Vorgesetzte oder eben Menschen mit besonderer Expertise aufgrund von Erfahrung oder Forschung. Das Autoritätsargument „Der Wissenschaftler X / die Expertin Y / der Leiter von Z hat gesagt…“ wird in einer Diskussion auch dann gerne benutzt, wenn der Sprecher selbst keine Argumente mehr hat oder die Diskussion in eine bestimmte Richtung gelenkt werden soll.
Heute ist es wichtiger denn je, dass Sie sich Ihr kritisches Denken bewahren – denn auch angebliche Experten können irren. Und Menschen in einer hierarchisch höheren Position haben wegen dieser nicht automatisch Recht. Die weltweit hitzig geführte Debatte um „Fake News“ macht klar, dass es immer wichtiger wird, die unzähligen Informationen, die uns ständig erreichen, zu überblicken, zu filtern, zu hinterfragen und richtig einzuordnen, bevor wir sie als wahr einstufen und weiterverbreiten!
Man kann kritisches Denken trainieren und so den Einfluss des Authority Bias, dem wir alle mehr oder weniger oft auf den Leim gehen, mindern. 
Bevor man Entscheidungen trifft oder Informationen als Wahrheit weitergibt, sollte man sie in Ruhe prüfen: Hat dieser Experte auf Gebiet A auch fundierte Kenntnisse auf Gebiet B? Gibt es weitere Experten, die eine andere Meinung vertreten? Und wer zieht Nutzen daraus? Durch dieses Hinterfragen lernt man, Fakten von Fake News zu unterscheiden, die richtigen Schlüsse zu ziehen, seine eigene Meinung zu bilden und daraufhin Entscheidungen zu treffen. Und schon nehmen wir die Aussagen einer Autoritätsperson nicht mehr einfach so hin.